Album der Woche: „Watchwinders“ von Coilguns

„Watchwinders“ von Coilguns

«Watchwinders»: Dieser Begriff lässt an eine düstere Mission in Gotham City denken. Oder an eine Macht, welche die hoffentlich bald stehenbleibende Atomkriegsuhr in Bewegung hält.

Tatsächlich sind Watchwinders nichts anderes als Uhrenbeweger: Mit diesen kleinen Maschinen werden Automatikuhren in Bewegung gehalten und somit aufgezogen, ohne dass sie dafür von ihren Besitzerinnen und Besitzern getragen werden müssen. Eine Luxus-Erfindung für Menschen, die mindestens mehr als eine Uhr besitzen.

Die wilden Coilguns, eine unbeschreibliche Band aus La Chaux-Des-Fonds, hat den Begriff Watchwinders als Titel für ihr im Oktober 2019 erschienenes Album gewählt. Ein Album, welches in einem mutigen Prozess entstanden ist. Coilguns sind eine engagierte Band, die ständig unterwegs sind. Weil deshalb schlecht geprobt und an neuem Material gearbeitet werden kann, hat die Band beschlossen alles im Studio zu schreiben und sofort aufzunehmen.

Unbeschreiblich ist die Band übrigens, weil sie eine verworrene Mischung aus HC Punk, Post Metal und alternativen Rock spielt.

Es ist zwar luxuriös wie Watchwinders, wenn die Möglichkeit besteht, einen Monat lang ins Studio gehen zu können um Songs zu schreiben und aufzunehmen. Aber wenn dabei ein lebendiges Stück Kunst produziert wird, welches die Kraft besitzt Hörerinnen und Hörer emotional zu bewegen, ist das wertvoller als die teuerste Uhr der Welt. Das Album wird somit zu einem Watchwinder der Seele.

Ausgewählt von Omar Fra.

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