Album der Woche: «Eyes Full» von Zoh Amba

Gerade wenn man denkt, es sei jetzt wieder mal so weit, dass aus der Folk-Ecke nichts Neues zu erwarten ist, kommt ein Album wie Eyes Full, das Debüt* von Zoh Amba aus New York – beziehungsweise ursprünglich aus Tennessee, wie das Artwork unmissverständlich auf den Punkt bringt. Auch bei der Musik, die Amba mit mehr oder weniger Bandbegleitung macht stehen diese Roots im Vordergrund, von den Texten (und Ambas Akzent!) ganz zu schweigen. So weit, so gut als Ausgangspunkt, aber aus Eyes Full bricht sehr rasch und dann immer wieder eine ungebändigte Energie heraus, die weniger an Big Thief erinnert als an die Musik, für die Amba zuerst bekannt wurde – und hier kommt unser * wieder, denn erst vor einem Jahr erschien Ambas eigentliches Debüt, jedoch noch als Free-Jazz-Saxofonistin. Wir sind mal gespannt, wo die Reise weitergeht, aber vorerst begnügen wir uns mit diesem Americana-Juwel, das gar keins sein will oder kann.
Ausgewählt von Simeon Thompson
