10 Jahre Helvetiarockt: «Es lohnt sich, hartnäckig zu bleiben.»

Helvetiarockt ist die nationale Koordinations- und Austauschplattform für Frauen* in der Musik, vor allem im Bereich Pop, Rock und Jazz. Gegründet wurde der Verein von einer Musikerin und einer Soziokulturellen Animatorin, im Zug von Luzern nach Bern, die bemerkten, dass es Bedarf und Förderung braucht um mehr Frauen* auf und hinter die Bühne zu bringen.

Livia Kozma war im Büro des mittlerweile 7-köpfigen Teams und hat sich mit Elia zum Interview getroffen:

Mehr Infos findet ihr auf helvetiarockt.ch
Und hier gibts die Diversity Roadmap

Und die 5 wichtigsten Erkenntnisse aus 10 Jahren Arbeit:

1. Es lohnt sich, hartnäckig zu bleiben.

Ja es ist mühsam, sich immer und immer wieder zu erklären – aber es hat sich etwas getan in der Schweizer Musikbranche. (Anm. d. Red.: Mit Ausnahme vom Onlineauftritt der SMAs aber das ist eine andere Geschichte…) Nicht zuletzt aufgrund des Frauen*streiks und der grösseren medialen Aufmerksamkeit ist mittlerweile bei (fast) allen angekommen: Es braucht mehr Frauen* auf und hinter den Bühnen.

2. Gleichstellung & Diversität sind Prozesse, die Zeit brauchen.

Nach 10 Jahren Sensibiliserung, weiss das Team von Helvetiarockt: Die Strukturen und Ressourcen (zeitlich sowie finanziell) sind überall unterschiedlich, deshalb dauert Gleichstellung und Diversität (nicht nur im Bezug auf Geschlecht) leider auch unterschiedlich lang.

3. Wir müssen in Bewegung bleiben.

Natürlich ist Sensibilisierung immer noch wichtig, der Fokus liegt aber mittlerweile auf der Handlungsebene. Was können wir tun? Wo können wir ansetzen?
Die Quote beispielsweise, ist ein notwendiges Übel, das allerdings als Werkzeug dient um Gleichstellung zu messen.

4. Wie man mit Gegenwind umgeht? Mit Gegenfragen!

Leider wird es immer Menschen geben, die gewisse Anliegen nicht ernst nehmen oder negieren. Hier kontert man am besten mit Gegenfragen:
Auf «Tu doch nicht so, es ist doch gar nicht so schlimm für die Frauen!» mal nachfragen: Echt?! Wie viele Tontechniker*innen kennst du? Wieviele Booker*innen? Wieviele Schlagzeuger*innen?
Und auf «Frauen machen halt einfach nicht so gute Musik» mal fragen: OK, wievielmal hast du schon eine schlechte Band gesehen, die nur aus Männern bestand? Und jetzt alle: Talent hat nichts mit Geschlecht zu tun.

5. Der Fokus der Berichterstattung sollte IMMER auf der Musik liegen.

Musiker*innen sind in erster Linie: Musiker*innen. Deshalb sollte es in der Berichterstattung auch in erster Linie um Musik gehen, um ihre Expertise als Künstler*innen und um die Inspiration hinter ihrer Kunst.

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