Album der Woche: «Jazz Dreams» von Fine

Fühlst du dich manchmal auch wie ein Clownfisch? Auf dem neuesten Album Jazz Dreams von Fine ist ein Anemonenfisch mit extrem hängenden Mundwinkeln vor einem Mikrofon abgebildet – passend zur Grundstimmung des Albums, eine Melancholie, die sich aber nie ganz ernst nehmen kann. Es sind viele Momentaufnahmen, die zusammengesetzt eine Collage ergeben. Man bekommt nie ganz das Gefühl, dass klar ist, wohin die Reise geht. Musikalisch lebt das Album von Schlagzeugklängen, die manchmal verträumt im Hintergrund schweben und einen dann ganz nah an sich heranlassen. Und die Gitarre lässt alles ein wenig verhallen, als würde Musik durch das Fenster der Nachbarn in das eigene Zimmer dringen. Das macht Jazz Dreams zu einem Album, in das man sich fallen lassen kann. Manchmal klingt es mehr wie ein Mixtape: beschaulich, gemütlich, improvisiert, mit vielen Ideen, die kaum begonnen, schon wieder verschwinden. Es ist Musik für den Abend, wenn es draussen dunkel wird und die Gedanken langsamer werden.

Ausgewählt von Lina Gosteli

Auf Sendung: Hauptgang 12:00 - 13:30
Danach: Musik à Gogo 13:30 - 16:00