„sovereign nose of (y)our arrogant face“ von scallops hotel

In den letzten Jahren bildete sich eine Nische im amerikanischen Hip Hop heraus, der zum Mainstream quersteht – kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der auch die grössten Namen aus dem Hip Hop allerlei Experimenten gegenüber aufgeschlossen sind. Künstlerinnen und Künstler wie NONAME, Open Mike Eagle, Ivy Sole, Danny Watts oder MIKE zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein besonders introvertiertes, meditatives Register bedienen. Sie setzen auf das Medium des klassischen Albums, ohne viele Gastauftritte oder herausragende Singles und zumeist über Bandcamp verbreitet.

Scallops Hotel, der sich unter dem Namen Milo etabliert hat, fokussiert sich, so paradox das klingen mag, auf eine Unschärfe. Auf seinem neuen Album „sovereign sose of (y)our arrogant face“ trifft eine rhapsodierende Stimme auf eine Produktion, in der das Skizzenhafte zum Prinzip erhoben ist. Das Resultat wirkt gleichermassen konzentriert und locker, intim und undurchschaubar.

Es ist ist bereits das dritte Album, das Milo/Scallops Hotel seit letzten Sommer herausgebracht hat, und tragt dementsprechend einen flüchtigen Charakter, als Bestandesaufname bei einem Zwischenhalt, oder, wie der Künstler selbst ausführt, als „document of a weekend in early autumn“. Umso mehr ist man gespannt, wohin sein rastloser Weg führen wird.

Ausgewählt von Simeon Thompson

Website Reinhören