Album der Woche: «Michelin» von Amon

Ein dreifaches Hoch auf mysteriöse Releases! (Auf meisterhaft minimales Artwork sowieso.) Wer «Amon Michelin» sucht, kommt nicht weit, sondern tappt bestenfalls rum auf der Spur des in Zürich ansässigen Kollektivs czarnagora, das sich in den letzten Jahren (unter anderem) als Label etabliert hat. Über viele Releases ist sehr wenig zu erfahren, was es paradoxerweise schon fast einfacher macht, sich auf die Musik einzulassen, die sich sperrig gibt und zugleich wärme ausstrahlt. Amon – seinerseits auch ein Kollektiv mit grösstenteils englischer Zusammensetzung – reiht sich hier bestens ein. Michelin setzt sich zusammen aus mehr als 20 Fragmenten, oder besser gesagt aus mehr als 20 Brüchen zwischen ebendiesen Fragmenten – zugleich hört sich das Album am besten am Stück. Die Texturen erinnern zuweilen an Mica Levi und Dean Blunt, die Produktion verflechtet Analoges und Digitales auf schon fast irritierende Art und Weise, die Stimmung bildet hier nicht den Hintergrund, sondern den eigentlichen Gegenstand dieses Albums, das man sich fast nicht getraut, ambient zu nennen.

Ausgewählt von Simeon Thompson

Auf Sendung: Musik à Gogo 13:30 - 16:00
Danach: Panoramazug 16:00 - 17:00