Album der Woche: «sunn O)))» von SUNN O)))

Sunn O)))-Releases sind immer so eine Sache. Live funktioniert die Band wunderbar. Die musikalischen Elemente – zwei Gitarren und eine Wand aus Verstärkern – werden extrem interpretiert: Minimalistische Kompositionen, Akkordfolgen, Feedbacks in Kombination mit maximaler Lautstärke. Das ergibt eine ohrenbetäubende, aber zugleich wohltuende Seelenmassage. Die entstehenden Vibrationen lassen den ganzen Körper erzittern.

Als Release fehlt meistens eines dieser Elemente: Die Lautstärke. Umso wichtiger erscheint die Komposition. Bei sehr langen und langsamen Stücken kein einfaches Unterfangen.

Das Duo aus Seattle reduziert sogar noch weiter und veröffentlicht zum ersten Mal seit Bandgründung ein Album ohne Gastmusiker*innen. Auf dem selbstbetitelten Album sind also nur die beiden Musiker Stephen O’Malley & Greg Anderson zu hören, die sich für die Aufnahmen in ein Studio mitten in der Natur zurückgezogen haben, viel wandern gingen und uns so mit einer maximalen Minimalität konfrontieren.

Ein fast schon spirituelles Hörerlebnis.

Ausgewählt von Omar Fra.

Auf Sendung: Musik à Gogo 13:30 - 16:00
Danach: Panoramazug 16:00 - 17:00