Album der Woche: «Secret Love» von Dry Cleaning

Dry Cleaning sind eine dieser Bands, die von Anfang ihre Formel gefunden haben, in diesem Fall nonchalanter Post-Punk mit noch nonchalanterem Sprechgesang, als hätte man das Prinzip von The Fall für einmal nicht imitiert, sondern auf den Kopf gestellt. Album um Album finden Dry Cleaning aber Wege, sich auf Irritationen zu fokussieren, bevor es ihnen – und ihrem Publikum – allzu bequem wird. So auch auf ihrem dritten Album Secret Love, das zugleich eine Meisterleistung von Produzentin Cate Le Bon ist («the Eno of our times»). Es ist sorgsam ausgestaltet, weder reduziert noch vollgepackt, sondern mit reichlich Platz für jedes Element. Es ist vielleicht auch das erste Mal, das die Stimme von Florence Shaw ernsthafte Konkurrenz bekommt. Sie steht nach wie vor im Mittelpunkt als manifeste Persönlichkeit der Band, aber die Peripherie hat diesmal ebenso viel Charakter zu bieten.

Ausgewählt von Simeon Thompson

Auf Sendung: Hauptgang 12:00 - 13:30
Danach: Musik à Gogo 13:30 - 16:00