„Flow State“ von Tash Sultana

Ein Kopf voller Locken wirbelt umher, sobald Tash Sultana die ersten Töne auf ihrer Gitarre anspielt. Mit nackten Füssen bedient sie dabei ihre Loop- und Effektgeräte, legt damit ihren Sound Schicht um  Schicht, singt darüber und verfeinert das Werk mit Trompen- oder Saxophon-Solos.

Zur „One-Woman-Band“ ist Tash Sultana geworden, als sie sich zur Selbsthilfe ein Loopgerät zugelegt hat. Noch minderjährig musste die Australierin wegen einer Pilzchen-Pizza in Therapie, weil die psychedelische Wirkung noch neun Monate nachwirkte. Wieder gesund spielte die 23-Jährige auf den Strassen von Melbourne und stellte etwas später ihre „Live Bedroom Recording“-Videos auf YouTube, wodurch der Name Tash Sultana praktisch über Nacht weltbekannt wurde.

Auf ihrem Debutalbum „Flow State“ sind noch Spuren der magischen Pilzchen zu hören. Sei es Sultanas hypnotisch-ausufernde Stimme, ihre endlos langen und verzerrten Gitarrensoli oder einfach die Art, wie sie alles zusammensetzt – der Sound wird dem Albumtitel „Flow State“ gerecht. Und wenn sich auf der Bühne unter den lockigen Haaren das Gesicht Sultanas zu komischen Grimassen verzieht, ist er wieder eingetreten: Der Zustand der völligen Vergessenheit.

Ausgewählt von Delia Landolt

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